Wem gehört die Veloroute?

Bild: Nico Einfeldt

Nirgends macht die Kieler Verkehrswende so viel Spaß wie auf der Veloroute 10! Schon jetzt werden dort, wo vor vielen Jahren die Eisenbahn im Güterverkehr fuhr, täglich bis zu 4.500 Radfahrten gezählt.

Auf der Veloroute 10 kann man wunderbar vom Citti-Park bis zur Uni radeln und kommt dabei nur zweimal mit Autos in Kontakt. Im Ortsbeirat machen wir uns dafür stark, dass alles dafür getan wird, dass es auch an diesen Stellen kein Problem gibt: Die Querungen wurden verbreitert, im Kronshagener Weg bereits Tempo 30 auf Höhe der Veloroute eingerichtet.

Die Veloroute 10 ist durchgehend vier Meter breit, mit Ausnahme der Brücken, auf denen wir mit einem tollen Ausblick entschädigt werden. So können alle in ihrem eigenen Tempo fahren, überholen und überholt werden.

Gerade weil es sich um so eine schöne Strecke handelt, ist sie auch für Fußgänger interessant. Immer wieder herrscht Verwirrung: Darf man hier eigentlich spazieren gehen?

Klarheit verschafft die Straßenverkehrsordnung: Die Veloroute 10 ist eine Fahrradstraße, auf der Radverkehr der einzig zugelassene Fahrzeugverkehr ist. Da es keinen Gehweg gibt, ist es Fußgängern prinzipiell zwar erlaubt die Veloroute zu benutzen. Allerdings dürfen sie nur am rechten oder linken Fahrbahnrand gehen und müssen, wenn die Verkehrslage es erfordert, einzeln hintereinander gehen. Also wir sollten uns als Fußgänger dort so verhalten, als wären wir zu Fuß unterwegs auf einer Landstraße ohne Fußweg.

Wir finden: Genauso muss es sein. Die Veloroute ist unsere „Fahrrad-Autobahn“, auf der der Radverkehr Vorrang hat. Nur wenn wir in Kiel einzelne Straßen dafür herrichten, dass man mit dem Fahrrad schnell und ungehindert vorwärts kommt, machen wir das Radfahren für viele Menschen attraktiv. Dann haben sogar Pendler einen Anreiz vom Auto aufs Fahrrad umzusteigen.

Natürlich reicht es uns nicht, ein großes Projekt wie die Veloroute 10 zu bauen und den Rest so zu lassen, wie er ist. Wir setzen uns dafür ein, dass es auch gute „Zubringer“ zur Veloroute gibt, damit ihr also auch dann sicher zur Uni kommt, wenn ihr in der Innenstadt startet.

Verbesserungen im Kronshagener Weg sind beschlossen oder bereits durchgeführt: Zwischen Metzstraße und Hasseldieksdammer Weg stadteinwärts haben wir endlich einen eigenen breiten Fahrradstreifen. Stadtauswärts geht es weiter: Zwischen Exerzierplatz und Wilhelmplatz wird eine Fahrspur zum Fahrradstreifen und zum Teil sogar zur „Protected Bike Lane“. Wir haben noch mehr Ideen für den Kronshagener Weg und sehen auch in der Gutenbergstraße noch viel Potential. Wir bleiben dran und freuen uns auf eure Vorschläge. Stück für Stück mausert sich der Stadtteil und wir machen Kiel zur Fahrradstadt!

Im Ortsbeirat geben wir als SPD aber auch dem Fußverkehr eine Stimme: Wir machen uns stark für gute breite Fußwege ohne Löcher, für weniger Parken auf Gehwegen und für mehr barrierefreie Übergänge zum Beispiel für Menschen mit Kinderwagen oder Rollstühlen.

 

Tabea Philipp